P.F.A. Teil 3: Privat Surfen

Privatsphäre für Anfänger: Wie verhindere ich eine fette Datenspur beim Surfen im Internet?

Es kursiert die Geschichte einer jungen Frau, die Werbung für werdende Mütter erhielt, bevor sie selber wusste, dass sie schwanger war. Was war passiert? Nun, die junge Dame hatte sich zu den Ursachen ihrer Unpässlichkeit im Internet schlau gemacht.

Auch wenn es sich um eine moderne Sage handeln mag und die Geschichte zum Schmunzeln ist: Genau so kann es jedermann ergehen, der bei der Suche im Internet nicht etwas Vorsicht walten lässt. Nur wie?

Das Internet Cafe?

Die Internet Cafe Methode zur Wahrung der Privatsphäre erinnert an das einfachste Rezept für sichere Kommunikation mit Papier und Bleistift:

  1. Gehe in ein Internetcafe.
  2. Zahle bar.
  3. Öffne ein anonymes bzw. privates Browserfenster.
  4. Verwende keine personalisierten Seiten wie soziale Netzwerke oder Email-Kontos.

Inzwischen ist bekannt, dass das Bewegungsmuster der Finger auf der Tastatur bereits ausreicht, einen Menschen zweifelsfrei zu identifizieren. Vermutlich ist - zumindest derzeit - der Aufwand noch zu gross, um grundlos eine derartige Identifizierung durchzuführen. Doch ausschliessen kann man heute nichts mehr.

 

Der Browser

Bei der Wahl des Browsers fängt Sicherheit oder eben Unsicherheit schon an. Und bei dessen Einstellungen. Firefox ist ein beliebter Browser mit dem Ruf, durchaus sicher zu sein. Jedenfalls unter Laien. Im Firefox lässt sich ein privates Fenster öffnen, das heisst, Firefox speichert keine History, keine Cookies, keine temporären Files. Aber Achtung: Dieses private Fenster erlaubt keinesfalls anonymes Surfen im Internet. Der Provider, die besuchte Seite oder der Server können weiterhin personalisierte Daten sammeln. So richtig sicher scheint mir das also nicht zu sein. Ich suche weiter und finde allerlei Möglichkeiten für ein Sicherheitstuning des Firefox:  HTTPSEverywhere,  Ghostery, NoSkript. Und für ganz hohe Ansprüche finde ich TOR.


Tor

Tor steht für The Onion Router und ist ein Browser, der anonymes Surfen erlaubt. Allerdings hat die Anonymität einen Preis, nämlich den des Komforts. Das Suchen wird langsamer und Seiten sehen anders aus, Flash Plugins werden blockiert. Ausserdem ist die Anonymiät dahin, wenn während einer Tor-Sitzung ein personalisierter Account für email oder soziales Netzwerk geöffnet wird.

Fazit: Bevor ich online gehe muss ich mir überlegen, wieviel Sicherheit es denn sein darf. Und wieviel Komfort ich brauche. Will ich sensible Inhalte im Netz suchen, starte ich den Tor Browser.  Und den Rest erledige ich im Firefox, das ich mit grösstmöglicher Sicherheit ausstatte.


Die Installation von Tor ist sehr einfach:

  1. Tor Installationsdatei für das gewünschte Betriebssystem) herunterladen.
  2. Tor Installationsdateien im Verzeichnis eigener Wahl entpacken.
  3. Im Tor Browser-Verzeichnis Setup ausführen.
  4. Im Tor Browser-Verzeichnis Tor Browser ausführen.
  5. Los gehts!

Und Suchen?

Über privacy und google wurde bereits viel geschrieben, das hier nicht wiederholt werden will. Zum Glück gibt es Alternativen. Eine davon ist Ixquick. Ixquick speichert keine IP Adressen seiner Nutzer und wurde mit dem Europäischen Datenschutz-Gütesiegel ausgezeichnet. Bei der Zertifizierung wurde Ixquick von Sicherheitsexperten der Certified Secure unterstützt. Die Suchmaschine bietet eine SSL Verschlüsselung. Erkennbar an dem Protokoll: https://.


Und dann?

Die Suche ist also mit Ixquick anonym erledigt. Doch klickt der User nun auf ein Suchergebnis, verlässt er die Anonymität der Suchmaschine und öffnet eine andere Website. Ausser er verwendet den leider etwas unscheinbaren Button "Anonym öffnen". Dann nämlich wird die Verbindung zu der entsprechenden Webseite mit einem Proxy-Server verschlüsselt. Dauert ein wenig länger, funktioniert aber. Dummerweise ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Automatismen, wie das schnelle Anklicken eines Suchergebnisses müssen abgelegt werden. Mir jedenfalls passiert es noch dauernd, dass ich vergessen anonym zu öffnen.

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