P.F.A. Teil 1: Smartcards & Co

Privatsphäre für Anfänger: Bargeld versus Smartcards & Co.

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger postulierte es in "Enzensbergers Regeln für die digitale Welt: Wehrt Euch!" im Februar 2014 in der FAZ:

Plastikkarten wie EC, Kreditkarten oder aber auch Kundenkarten erlauben die Rückverfolgung von allen Transaktionen. Enzensberger empfiehlt daher, Plastikgeld zu meiden und statt dessen mit Bargeld zu zahlen. Aber ist das wirklich nötig?

Bei der Verwendung von Smartcards wie Kreditkarten oder EC Karten entstehen personenbezogene Datenbestände beim Händler, bei der Bank und beim Kreditkartenunternehmen. Diese Datenbestände enthalten zum einen personalisierte Daten über das gekaufte Produkt oder die gebuchte Dienstleistung. Darüber hinaus hinterlassen diese Transaktionen aufschlussreiche Metadaten, über die sich kaum ein Kartenbenutzer bewusst ist. Ein Beispiel: Wann fand die Transaktion statt? Von welchem Ort aus fand die Transaktion statt? Wieviele andere Transaktionen fanden zeitnah statt?

Aus all diesen Daten und Metadaten können Muster über das Kaufverhalten von Personen, abhängig von Raum und Zeit, abgeleitet werden. Mit solchen Mustern ist die Identifizierung einer Person möglich. Mit solchen Mustern ist eine Vorhersage zukünftigen Kaufverhaltens, ja gar generell zukünftigen Verhaltens möglich, sowie eine Beeinflussung dieses Verhaltens. Aus solchen Mustern können Rückschlüsse gezogen werden, die ganz andere Lebensbereiche betreffen. Mit solchen Mustern können gar psychologische Profile erstellt werden.

 

Bei der Zahlung mit Bargeld hingegen entstehen keine personenbezogenen Datenbestände, vorausgesetzt, der Kunde verwendet kein Kundenkärtchen wie die Migros Cumulus Karte oder ähnliche. 

Mit seiner Empfehlung von Bargeld als Zahlungsmittel befindet sich Hans Magnus Enzensberger im besten Einklang mit §3a des Bundesdatenschutzgesetzes, welches zur Datenvermeidung und Datensparsamkeit verpflichtet. Highliner schliesst sich der Empfehlung von Hans Magnus Enzensberger an.

Wenn irgend möglich: Zahlen mit Bargeld. So werden personenbezogene Daten über den Kauf incl. den dazugehörenden Metadaten vermieden oder wenigstens minimiert.

 

Auszug aus dem Bundesdatenschutzgesetz:

"§ 3a Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten und die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen sind an dem Ziel auszurichten, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere sind personenbezogene Daten zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren, soweit dies nach dem Verwendungszweck möglich ist und keinen im Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck unverhältnismäßigen Aufwand erfordert."

 

 

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Kommentare: 2
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